Die 10 häufigsten Ernährungsmythen

Dein Jahresstart - Ernährungsmythen

Käse schließt den Magen. Schokolade macht glücklich. Und ein Glas Rotwein am Tag ist gut für das Herz. Jeder kennt diese Ernährungsmythen, die sich hartnäckig über Generationen im kollektiven Gedächtnis halten. Doch was ist wirklich dran an Weisheiten darüber, was und wie man essen oder trinken sollte, um gesund zu bleiben? Wir haben für dich die 10 häufigsten Ernährungsmythen aufgedeckt.

1. Kaffee entzieht dem Körper Wasser

Kaffeeliebhaber können aufatmen. Dass Kaffee den Körper dehydriert, gehört zu den Ernährungsmythen, die sich zwar hartnäckig halten, aber einfach nicht stimmen. Studien haben ergeben, dass Koffein zwar harntreibend wirkt, jedoch keinen Einfluss auf den Wasserhaushalt hat. Deshalb hält die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) drei bis vier Tassen Kaffee am Tag für unbedenklich. Als Durstlöscher ist Kaffee allerdings nicht geeignet. Zum Durststillen ist mineralstoffreiches Wasser immer noch die beste Wahl.

Tipp: Dass Kaffee nicht so schlecht ist wie sein Ruf, beweist Ernährungswissenschaftlicher Paolo Colombani im Buch „Fette Irrtümer - Ernährungsmythen entlarvt" (Orell Fuessli Verlag, 2010) und nimmt dort auch andere Mythen gründlich auseinander.

2. Schokolade macht glücklich (und schlau?)

Schokoladenfans hingegen müssen sich leider eine neue Ausrede zum Naschen suchen. Denn dass Schokolade glücklich macht, stimmt nicht. Zwar enthält Schokolade einen Eiweißbaustein, der das Glückshormon Serotonin stimuliert, sowie den Inhaltsstoff Theobromin, der in Arzneimitteln stimmungsaufhellend wirkt. Beides ist in Schokolade jedoch in so geringen Mengen vorhanden, dass ein Effekt nicht nachgewiesen werden konnte. Auch für die These, Schokolade wirke sich positiv auf die Gedächtnis- und Konzentrationsleistung aus, fehlt bisher ein überzeugender Beleg.

Tipp: Dunkle Schokolade enthält mehr Theobromin und Koffein und dafür weniger Zucker.

3. Brauner Zucker ist gesünder als weißer

Wer Kalorien einsparen und deshalb auf Zucker verzichten will, sucht oft nach vermeintlich gesünderen Zuckeralternativen Doch auch hier ist die Gefahr groß, einem der vielen Ernährungsmythen aufzusitzen. Zum Beispiel, dass brauner Zucker besser ist als weißer. Das ist nämlich falsch. Vollzucker, der aus Zuckerrüben gewonnen wird, und Vollrohrzucker aus Zuckerrohr enthalten zwar mehr Mineralstoffe als weißer. Dies jedoch in so geringen Mengen, dass du schon sehr viel davon konsumieren müsstest, um einen gesundheitlichen Effekt zu erzielen. Und der wäre alleine deshalb zunichte gemacht, weil brauner Zucker genauso viele Kalorien hat wie weißer.

4. Kohlenhydrate machen dick

Zu den Ernährungsmythen rund ums Abnehmen gehört auch die weit verbreitete Angst vor Kohlenhydraten. Doch eine gute Nachricht für alle Pasta-Liebhaber: Um abzunehmen, musst du nicht auf Kohlenhydrate verzichten. Entscheidend ist nämlich, welche Kohlenhydrate du zu dir nimmst. Komplexe Kohlenhydrate, zum Beispiel aus Vollkornprodukten und Kartoffeln, machen länger satt und sind eine wichtige Energiequelle. Kurzkettige Kohlenhydrate aus Süßigkeiten, Weißmehl- oder Fertigprodukten hingegen lassen den Blutzuckerspiegel schnell an- und wieder absteigen und lösen so vermehrt Hunger aus.

5. Light-Produkte machen schlank

Auch dieser Ernährungsmythos ist falsch: Um abzunehmen bringt es wenig, einfach auf Light-Produkte umzuschwenken. Viele von ihnen enthalten zwar weniger Fett, dafür aber mehr Zucker. Zudem neigen Menschen dazu, größere Portionen von vermeintlich leichteren Speisen zu essen.

Tipp: Regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung sind immer noch der beste Weg, langfristig abzunehmen.

6. Ein Glas Rotwein am Tag ist gut fürs Herz

Auch das stimmt leider nicht. Dass Resveratrol, eine Substanz aus der Schale roter Trauben, das Herzinfarktrisiko senken soll, konnte bislang nur in Tierversuchen festgestellt werden. Für den Menschen bleibt Alkohol nach wie vor eher schädlich.

7. Bier auf Wein, das lass sein

Ob du nun zuerst Bier trinkst und dann Wein oder umgekehrt, spielt keine Rolle: Die Kopfschmerzen am nächsten Tag bleiben die gleichen. An diesem Mythos ist nichts dran.

8. Spinat enthält viel Eisen

Der Mythos vom Spinat, der stark macht, hat wohl schon so manchem Kind die Mahlzeit verdorben. Doch der spektakuläre Fehler, der zu diesem Ernährungsmythos führte, wurde aufgedeckt: Angeblich hat sich vor 100 Jahren bei der Erstellung von Nährwerttabellen ein Kommafehler eingeschlichen. So hat Spinat statt 34 Milligramm nur 3,4 Milligramm Eisen pro 100 Gramm.

9. Man sollte drei Liter Wasser am Tag trinken

Ausreichend zu trinken, ist gesund. Doch was ausreichend ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist bei jedem Menschen anders. Zudem nimmst du auch über deine Ernährung Flüssigkeit auf. Du kannst deinen täglichen Flüssigkeitsbedarf errechnen, indem du dein Körpergewicht mit dem Faktor 0,03 multiplizierst.

10. Käse schließt den Magen

Zum Schluss ein Ernährungsmythos, der wirklich stimmt: Ja, Käse schließt tatsächlich vorübergehend den Magen. Fettsäuren im Käse bewirken, dass im Darm Hormone ausgeschüttet werden, wodurch der Mageninhalt vorübergehend nicht in den Darm transportiert wird. Die Folge: Der Magen fühlt sich verschlossen an und ein Sättigungsgefühl tritt ein.

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