Der Gerolsteiner Zukunftswald

Der Gerolsteiner Zukunftswald: Ein Überblick

Das Projekt Gerolsteiner Zukunftswald

Mineralwasser ist ein Naturprodukt und auf eine intakte Umwelt angewiesen. Die Wälder der Eifel spielen dabei eine große Rolle, denn sie prägen nicht nur das Landschaftsbild und sind Garanten für eine hohe Luftqualität, sondern sie sind vor allem große natürliche Wasserspeicher und -filter. Daher ist ein gesunder Wald für Gerolsteiner - als regionaler Mineralbrunnen - von größter Bedeutung. Mit dem Gerolsteiner Zukunftswald wollen wir dazu beitragen, die Natur in der Region zu schützen und erhalten.

Das Ziel des Projektes

Gemeinsam mit den Landesforsten Rheinland-Pfalz ist es das erklärte Ziel unseres Projekts, die vom Klimawandel bedrohten Eifelwälder durch den Aufbau klimabeständiger und natürlicher Mischwaldstrukturen auch nachfolgenden Generationen zu erhalten.

Daten und Fakten

  • 45.000 Bäume gepflanzt (Stand April 2020)
  • 12.900 Bäume alleine in 2019 gepflanzt
  • 6 verschiedene Baumarten
  • Auf 70 Hektar Mischwald leben 14% aller in Deutschland lebenden Tierarten
  • In den oberen 10 cm des Waldbodens werden bei Niederschlag bis zu 50 Liter Wasser gespeichert


2020 wird so viel gepflanzt wie nie zuvor: Allein in diesem Jahr werden knapp 40.000 neue Bäume gepflanzt! Einerseits werden Kahlflächen in Üxheim, Hillesheim und Gerolstein wiederaufgeforstet, andererseits findet in Mürlenbach eine sogenannte Vorausverjüngung mit über 15.000 Setzlingen statt. Hier werden in einem noch intakten Fichtenwald bereits jetzt schattenertragende, standortangepasste und klimastabilere Mischbaumarten gepflanzt.
2019 erhält der Gerolsteiner Zukunftswald einen großen Schub. Mit 12.900 Setzlingen wird das Waldgebiet in Mürlenbach bereichert. Die Baumarten setzen sich zusammen aus Bergahorn, Edelkastanie, Buche und Weißtanne. Durch die Kooperation mit den Landesforsten Rheinland-Pfalz und dem Forstamt Gerolstein wurden somit bereits über 45.000 Bäume gepflanzt.
Auf einer 2,5 Hektar großen Windwurffläche in Gerolstein Gees werden rund 3.000 neue Bäume gepflanzt. Die gewählten Baumarten – Edelkastanie, Wildapfel, Bergahorn und Vogelkirsche – kommen deutlich besser mit den prognostizierten Klimaveränderungen zurecht als beispielsweise die Fichte, die vorher auf den südlich exponierten Flächen stand.
Südlich von Weißenseifen werden 5.000 Weißtannen-Setzlinge auf einer Fläche größer als fünf Fußballfelder gepflanzt. "Der Bestand der Weißtannen hat durch Schädlingsbefall in den letzten Jahren stark abgenommen, weshalb die Neupflanzung nicht nur zur Mischwaldstruktur des Waldes beiträgt, sondern zusätzlich noch eine positive Wirkung auf die Artenvielfalt haben wird.", erklärt Wolfgang Witzel, Leiter des Forstamts Gerolstein.
2016 wird neben dem Laubbaum Bergahorn, der durch seine tiefreichenden Wurzeln den Boden festigt und die Wasserfilterung verbessert, auch die neu hinzukommende Wildkirsche gepflanzt. Sie reiht sich ebenfalls hervorragend in das Mischwaldkonzept des Forstamts Gerolstein ein. Ergänzt werden die beiden durch die Edelkastanie, die weitere Lücken schließt.
Nahe Mürlenbach werden von Gerolsteiner Grundschulen, Auszubildenden der Westeifel Werke und Mitarbeitern des Gerolsteiner Brunnen auf einer Fläche von 5 Hektar etwa 5.000 Edelkastanien gepflanzt. Im Rahmen von Walderlebnisspielen vermitteln die Mitarbeiter des Forstamts Gerolstein die Bedeutung und Wichtigkeit des Waldes für eine intakte Umwelt, besonders in Zeiten des Klimawandels.
Die Kooperation mit den Landesforsten Rheinland-Pfalz beginnt unter dem Namen "Wald mit Stern". Auf 25.000 Quadratmetern ehemaliger Fichtenwaldfläche, die 2010 der Orkan Xynthia verwüstete, wird mit rund 15.600 Traubeneichen und Hainbuchen der Weg hin zum klimastabilen Mischwald bereitet.

Für klimastabile Mischwälder - heute und morgen

Wälder dienen als natürliche Wasserfilter und -speicher, weshalb sie für sauberes Grundwasser unerlässlich sind. Der Waldboden wirkt dabei wie ein überdimensionierter Schwamm der das Wasser aufnehmen und speichern kann. In der humusreichen Reicht, das sind die oberen 10 cm des Waldbodens, werden bei Niederschlag bis zu 50 Liter pro Quadratmeter gespeichert. Durch die Aufforstung regionaler, klimainstabiler Wälder zu laubbaumreichen, klimabeständigen Mischwaldstrukturen, ermöglichen wir auch zukünftigen Generationen eine anhaltend hohe und qualitativ-hochwertige Menge an Trinkwasser, da die Grundwasserneubildung unter Laubwald beinahe doppelt so hoch ist, wie unter Nadelwald.

Gerade vor dem Hintergrund gegenwärtiger Klimaprognosen gewinnt die Umwandlung von Fichtenwäldern in klimastabile Mischwälder in der Eifel an Bedeutung. Aufgrund eines erwarteten Temperaturanstiegs von 2,6 bis 4,4 Grad bis zum Ende dieses Jahrhunderts und eines erhöhten Windwurfrisikos prognostiziert Dr. Ulrich Matthes vom Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen, dass "reine Fichtenwälder zunehmend an ihre Grenzen stoßen" werden. Daher sei der gesunde und zukunftssichere Mischwald das erklärte Ziel des gemeinsamen Projektes mit dem Gerolsteiner Brunnen.Klimawandel heißt Waldwandel

Mischwälder reagieren schneller und effizienter auf Veränderungen in der Umwelt, einer der vielen Vorzüge der großen Artenvielfalt. Auf 70 Hektar Mischwald leben rund 14 Prozent aller in Deutschland vorkommenden Tierarten. Umgekehrt bedeutet das, 14 Prozent aller Tierarten Deutschlands lassen sich auf nur 0,00002 Prozent seiner Fläche finden. Natürlich gilt diese Rechnung nur für den artenreichen Mischwald. Reinbestände sind artenärmer, während der Schaden, den einzelne Gruppen von Schädlingen verursachen können, exponentiell steigt.

Übersicht: Nachhaltigkeit bei Gerolsteiner