
Ausfallschritte für Po und Beine
Der Ausfallschritt: Welche Muskeln werden trainiert?
© istockphoto.com/miljkoAusfallschritte, auch als Lunges bekannt, gehören neben Kniebeugen zu den klassischen Fitnessübungen, wenn es darum geht, Beine und Po zu trainieren. Doch welche Muskeln sind hierbei gefordert? [1]
Po (Großer Gesäßmuskel / Gluteus maximus): Er sorgt vor allem dafür, dass du dich aus dem Ausfallschritt wieder kraftvoll nach oben drückst.
Vorderer Oberschenkel (Quadrizeps / Beinstrecker): Er übernimmt viel Arbeit beim Strecken des Knies, du spürst ihn oft besonders im vorderen Bein.
Zusätzlich sind auch diese Muskeln beteiligt:
Seitlicher Po (Gluteus Medius): Er hilft dir, das Becken stabil zu halten, damit du nicht “wegkippst”.
Hinterer Oberschenkel (Hamstrings/Beinbeuger): Er arbeitet mit, wird aber meist nicht so stark gefordert wie Po und Vorderseite Oberschenkel.
Waden und Adduktoren (Innenschenkel): Sie unterstützen dich je nach Ausführung und Schrittlänge bei Stabilität und Kraftübertragung.
Unterm Strich: Wenn du Po und Oberschenkel formen willst, sind Ausfallschritte ideal, mit dem Bonus, dass du gleichzeitig viel für Stabilität und Gleichgewicht tust.
Ausfallschritte vs. Kniebeugen
Kniebeugen sind top für Kraft & Muskelaufbau, weil du meist schwerer trainieren kannst. Ausfallschritte bringen dir einbeinige Stärke, Balance und Stabilität. Am besten: Kombiniere beides, so trainierst du deine Beine rundum.
Kniebeugen für straffe MuskelnLunges richtig machen: So geht‘s
Mache mit einem Bein einen großen Schritt nach vorne. In dieser Schrittstellung stehen die Füße in einer gedachten Geraden, dein Körper ist aufgerichtet, die Hüfte gerade ausgerichtet, der Blick geht nach vorn. Das Gewicht ist gleichmäßig verteilt und der Schwerpunkt liegt zwischen den Beinen.
Nun beugst du das vordere Bein, bis der Winkel zwischen Unter- und Oberschenkel etwa 90 Grad beträgt. Das hintere Bein senkst du ab, sodass der Oberschenkel senkrecht ist und das Knie fast den Boden berührt.
Nachdem du den tiefsten Punkt erreicht hast, bringst du dich wieder in die Ausgangsstellung zurück.
Wiederhole diese Ausfallschritt-Ausführung 12- bis 15-mal und wechsle dann das Bein für den nächsten Satz. Nach 3 bis 4 Sätzen wirst du ein Brennen in den Muskeln spüren – ein gutes Zeichen dafür, dass die Übung wirkt.
Ausfallschritte in der Schwangerschaft
Wenn du dich gut fühlst und medizinisch nichts dagegenspricht, können Ausfallschritte auch in der Schwangerschaft sinnvoll sein. Führe sie ruhig und kontrolliert aus mit einem festen Halt und wähle eher kürzere oder seitliche Varianten statt sehr tiefer Vorwärts-Lunges. Auf diese Weise entlastest du deinen Bauch und dein Becken. Wenn sich etwas schmerzhaft oder komisch anfühlt, hörst du auf und klärst es im Zweifel kurz ärztlich ab.
Gesunde Ernährung in der SchwangerschaftSaubere Ausführung: Tipps für Lunges
© istockphoto.com/LiderinaHalte deinen Oberkörper während der gesamten Ausführung aufrecht und stabil.
Spanne die Bauchmuskeln an, um nicht ins Hohlkreuz zu fallen.
Senke deinen Körperschwerpunkt nach unten ab, sodass dein vorderes Knie nicht über die Fußspitze hinausragt. So vermeidest du eine Überlastung des Knies.
Deine Fußspitzen zeigen während der gesamten Ausfallschritt-Übung genauso nach vorne wie die Beine und Knie.
Du kannst die Arme herunterhängen lassen oder in die Hüfte stemmen, wenn dies dir dabei hilft, deine Körperhaltung zu stabilisieren. Wenn du wackelst, mach die Bewegung kleiner oder halte dich kurz fest, bis es stabil sitzt.
Gibt es Varianten der Ausfallschritte?
© istockphoto.com/DimensionsAnstatt im ersten Satz erst ein Bein und im nächsten dann das andere zu trainieren, mache Wechselsprünge, nachdem du einen Ausfallschritt gemacht hast. Achte aber darauf, dass du dich wieder abfängst und dann langsam absenkst.
Weitere Varianten der Übung sind, diese im Laufen zu machen oder mit Kurzhanteln in der Hand – beides intensiviert den Trainingseffekt.
Walking Lunges: Du machst kontinuierlich Schritte nach vorne, statt in den Stand zurückzukehren. Das steigert die Dynamik und die Intensität deines Trainings deutlich.
Kurzhantel-Lunges: Du hältst in jeder Hand ein Gewicht seitlich am Körper. Durch den zusätzlichen Widerstand forderst du deine Beinmuskulatur viel stärker.
Reverse Lunges: Du steigst kontrolliert mit einem Bein nach hinten ab. Das ist besonders knieschonend; ein kurzer Stopp am tiefsten Punkt verhindert instabiles Federn.
Side oder Cross Lunges: Du machst den Schritt weit zur Seite oder diagonal hinter das Standbein. So bringst du Abwechslung ins Training und triffst neue Muskelpartien wie die Adduktoren.
Lunge Burpees: Du kombinierst einen klassischen Burpee (Liegestütz und Sprung) mit einem Ausfallschritt. Diese Abfolge ist extrem fordernd und bringt Kraft sowie Puls nach oben.
Lunges: Wie lange dauert die Übung?
Wir empfehlen dir, ungefähr eine halbe Stunde einzuplanen. Dazu kannst du dich an folgenden Intervallen orientieren:
Wiederholungen: 12–15
Sätze: 3–4 Sätze pro Seite
Pause: 45–90 Sekunden zwischen den Sätzen
Fazit: Ausfallschritte: Effektiv für Po, Beine und Stabilität
Ausfallschritte sind eine einfache, aber sehr wirkungsvolle Übung, um Po und Beine gezielt zu kräftigen, ganz ohne Equipment und fast überall. Wenn du auf eine saubere Technik achtest (aufrechter Oberkörper, stabile Körpermitte, kontrollierte Bewegung), trainierst du nicht nur Gesäß und Oberschenkel, sondern verbesserst gleichzeitig Balance und Rumpfstabilität. Mit Varianten wie Reverse oder Walking Lunges kannst du die Übung an dein Level anpassen und langfristig abwechslungsreich steigern.
FAQ zu Ausfallschritten
Ein Ausfallschritt (Lunge) ist eine Übung, bei der du einen größeren Schritt machst, dein Gewicht kontrolliert absenkst und dich wieder nach oben drückst. Dabei trainierst du vor allem Po und Oberschenkel und gleichzeitig Balance sowie Rumpfstabilität.
Für die meisten ist es sinnvoller, sie nicht täglich hart zu machen, sondern eher zwei- bis viermal pro Woche in guter Qualität zu trainieren. Als Einstieg sind 3 Sätze mit je 12 Wiederholungen ideal, später können es auch mehr sein, solange du schmerzfrei bleibst und dich gut erholst.
Rückwärts-Ausfallschritte sind meist die bessere Wahl. Sie sind knieschonender und lassen sich leichter kontrollieren. Vorwärts-Ausfallschritte fühlen sich zwar direkter an, belasten bei unsauberer Technik aber oft zu stark das vordere Knie.
Vermeide zu kurze Schritte, sie belasten das Knie zu stark. Dein vorderes Knie darf zudem nicht nach innen knicken. Bleib im Rumpf fest und drücke dich nur über das vordere Bein ab. Sinke kontrolliert tief, statt zu fallen. Das bringt Stabilität und schont deine Gelenke effektiv.
Ja, Ausfallschritte können ziemlich anstrengend sein, besonders am Anfang, weil du einbeinig arbeitest, viel stabilisieren musst und große Muskelgruppen gleichzeitig beanspruchst. Mit sauberer Technik, passender Wiederholungszahl und etwas Gewöhnung fühlt es sich schnell machbarer an.
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Entdecke die VorteileQuellen
[1]Escamilla, R. F. & colleagues: Effects of Step Length and Stride Variation During Forward Lunges on Lower-Extremity Muscle Activity; in: Journal of Functional Morphology and Kinesiology, 10(1), 2025, S. 42. DOI: 10.3390/jfmk10010042.
Goulette, D. & colleagues: Patellofemoral Joint Loading During the Forward and Backward Lunge; in: Physical Therapy in Sport, 47, 2021, S. 178–184. DOI: 10.1016/j.ptsp.2020.12.001.
Krause, D. A. & colleagues: Electromyography of the Hip and Thigh Muscles During Two Variations of the Lunge Exercise: A Cross-Sectional Study; in: International Journal of Sports Physical Therapy, 13(2), 2018, S. 137–142.
