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Umwelthormone

Hormone sind körpereigene Wirkstoffe, die bei Menschen, Tieren und höheren Pflanzen Vorgänge des Stoffwechsels, des Wachstums und der Entwicklung steuern. Mit tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln nimmt man also immer auch natürliche Hormone auf. (Künstliche) Hormone werden in der Medizin, aber auch in der Tier- und Pflanzenzucht gezielt eingesetzt, z.B. zur Empfängnisverhütung, zur Leistungssteigerung oder zur Wachstumssteuerung.

In der Wissenschaft wird diskutiert, ob auch andere Stoffe, die durch menschliche Aktivitäten in die Umwelt freigesetzt werden, hormonähnliche Wirkungen entfalten können. Man nennt solche Stoffe „Umwelthormone“ oder „Xeno-Östrogene“, d.h. körperfremde Stoffe, die wie Hormone wirken (können). In Verdacht geraten sind Hunderte, zum Teil sehr weit verbreitete Stoffe und Verbindungen, z.B. Schwermetalle und ihre Verbindungen, Bestandteile von Wasch- und Reinigungsmitteln, von Kosmetika und Körperpflegemitteln, chlororganische Stoffe, Pestizide und deren Abbauprodukte. Derartige Stoffe finden sich immer häufiger auch in oberflächennahen Wasservorkommen.

Die Diskussion um „Umwelthormone“ im Mineralwasser wurde ausgelöst durch eine Studie der Universität Frankfurt/Main im Frühjahr 2009. Mittlerweile wird die damalige Studie in Fachkreisen als „Fehlalarm“ eingestuft. In mehreren Ländern untersuchten wissenschaftliche Institute Mineralwässer aus PET-Flaschen auf die damals vermuteten hormonähnlichen Stoffe. Weder die Universität Stuttgart noch das Schweizerische Wasserforschungsinstitut EAWAG konnten Hinweise auf relevante östrogenartige Substanzen feststellen. Sogar die Urheber der Frankfurter Studie selbst ermittelten bei erneuten Tests Werte, die 6.000 Mal niedriger lagen als bei ihrer ersten Untersuchung. Damit ist von wissenschaftlicher Seite der Verdacht entkräftet, dass „hormonell wirkende Substanzen“ im Mineralwasser Effekte auf die Gesundheit haben könnten, die denen weiblicher Geschlechtshormone vergleichbar sind.

Die Stiftung Warentest kommt in Heft 7/2011 für alle 30 untersuchten Mineralwässer – darunter auch Gerolsteiner Sprudel im 1,5-l-PET-Gebinde – zu dem Ergebnis: „Kein Hinweis auf Hormone“.

Unabhängig davon lassen wir Gerolsteiner Mineralwasser auf Rückstände aus Arzneimitteln prüfen, zu denen auch eine Reihe von Hormonen zählen. Auch bei diesen Untersuchungen wurde die ursprüngliche Reinheit unseres Mineralwassers bestätigt. 

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