Heilwasser: Ein bewährtes Naturheilmittel wird neu entdeckt

„Wie kann ich auf ganz natürlichem Weg etwas für meine Gesundheit tun?“, diese Frage bewegt heute viele Menschen. Das neue Interesse an Heilkräften aus der Natur lenkt die Aufmerksamkeit auf eines der ältesten Heilmittel der Welt: Wasser. Seit über 3.500 Jahren weiß man um seine heilende Kraft. Wie archäologische Funde belegen, wurden Heilquellen nicht erst in der Antike, sondern schon seit 1.500 v. Chr. genutzt, um die Gesundheit zu fördern. Gegen welche Beschwerden die verschiedenen Heilwässer helfen, verzeichnete 1584 der „Neu Wasserschatz“ des Arztes Jakob Theodor, bekannt als Tabernaemontanus. Viele dort beschriebene Wirkungen lassen sich heute wissenschaftlich begründen. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts identifizierte man erstmals Kohlensäure und Eisen als wirksame Bestandteile von Heilwässern. Doch erst im 19. Jahrhundert wurden die Quellen systematisch auf ihre Inhaltsstoffe untersucht. Heute sind die natürlichen Inhaltsstoffe der Heilwässer analysiert und ihre Wirkungen nachgewiesen. 

Was macht ein Wasser zum Heilwasser?

In ihrer Entstehung sind Mineral- und Heilwässer gleich. Sie stammen aus geschützten unterirdischen Wasservorkommen und entstehen aus versickerndem Regenwasser, das auf seinem jahrzehntelangen Weg durch die Gesteinsschichten gefiltert wird und sich mit Mineralstoffen anreichert.

Art und Höhe der Mineralisierung hängen davon ab, wie das Quellgebiet geologisch beschaffen ist. Im Unterschied zu Mineralwasser muss Heilwasser darüber hinaus nachweisen, dass es aufgrund seiner natürlichen Mineralstoffzusammensetzung vorbeugend, lindernd oder heilend wirkt. Nur ein Wasser, dessen gesundheitliche Wirkungen wissenschaftlich anerkannt wurden, darf die Bezeichnung Heilwasser tragen. Das Zulassungsverfahren durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist langwierig und anspruchsvoll.

Heilwässer unterliegen also, obwohl man sie im Lebensmittel- und Getränkefachhandel kaufen kann, den strengen Zulassungskriterien eines Arzneimittels. Daher sieht auch das Etikett eines Heilwassers anders aus als das Etikett auf einer Mineralwasserflasche: Bei Heilwasser sind die Anwendungsgebiete ebenso auf dem Etikett angegeben wie Empfehlungen zur Trinkmenge und eventuelle Nebenwirkungen und Gegenanzeigen wie auf einer Packungsbeilage.

Was Heilwässer können

Über 30 verschiedene in Flaschen abgefüllte Heilwässer sind in Deutschland erhältlich. Je nach Quellgebiet unterscheiden sie sich in ihren Inhaltsstoffen und dementsprechend auch in ihrer Wirkung und den Anwendungsgebieten. Darüber, welche natürlichen Inhaltsstoffe in einem Heilwasser enthalten sind, entscheidet die Region, in der das Wasser seinen Ursprung hat.Heilwässer, die kalkreiche Gesteine durchlaufen, reichern sich mit Calcium und Hydrogencarbonat an. Wenn ein Wasser aus einer Gegend mit Dolomit stammt - ebenfalls ein Kalkgestein - enthält es außerdem Magnesium. Wo es Gipsgestein gibt, nimmt das Wasser Sulfat auf. Die für das jeweilige Heilwasser charakteristischen Wirkungen sind bedingt durch die Zusammensetzung der natürlichen Inhaltsstoffe. Sulfatreiches Heilwasser (mind. 1.200 mg/l) hilft, die Verdauung in Schwung zu bringen.

Ein Heilwasser mit mindestens 1.300 mg/l Hydrogencarbonat – man nennt es auch basisches Heilwasser – kann Abhilfe schaffen bei zu viel Magensäure. Da Hydrogencarbonat auch den Harn neutralisiert, kann es zudem bei bestimmten Harnwegsinfekten helfen und der Entstehung bestimmter Harnsteine vorbeugen. Heilwässer mit einem hohen Calcium- und Magnesiumgehalt (ab 250 mg/l Calcium, ab 100 mg/l Magnesium) können auf einfache Weise zur Calcium- und Magnesiumversorgung beitragen.

Die empfohlene tägliche Calcium- und Magnesiummenge lässt sich oft nicht allein durch die Ernährung abdecken. Insgesamt erreichen 46% der Männer und 55% der Frauen die empfohlene tägliche Calcium-Zufuhr nicht, 26 % der Männer und 29 % der Frauen bleiben unter der empfohlenen Tagesmenge Magnesium (Nationale Verzehrsstudie II, 2008). Besonders hoch ist der Mineralstoffbedarf bei allen, die intensiv Sport treiben und während der Schwangerschaft und Stillzeit. Auch bei einer rein veganen Ernährung oder bei Laktoseintoleranz, wenn man also Milch und Milchprodukte nicht verträgt, kann der Calciumbedarf durch calciumhaltiges Heilwasser gedeckt werden. Zwei weitere Vorteile: Der Körper kann Mineralstoffe aus Wasser besonders gut aufnehmen, da sie bereits gelöst vorliegen. Heilwasser ist im Gegensatz zu Milch, Käse & Co. kalorienfrei, das Heilwasser-Trinken lässt sich bequem in den Alltag integrieren.

Tipps für die Anwendung

Wie die schönen Wandelhallen zeigen, war es in Kur- und Badeorten lange Zeit üblich, beim Heilwasser-Trinken umherzugehen, damit die Inhaltsstoffe des Wassers ihre Wirkungen besser entfalten. Das sieht man heute nicht mehr als zwingend notwendig an. Wissenschaftlich belegt ist jedoch, dass der Körper mehr Calcium und Magnesium aufnimmt, wenn man calcium- und magnesiumhaltiges Heilwasser in mehreren Portionen über den Tag verteilt trinkt als wenn dieselbe Menge Wasser in ein oder zwei großen Portionen getrunken wird. Um Gesundheit und Wohlbefinden sanft zu unterstützen, empfiehlt es sich, Heilwässer täglich zu trinken. Bei manchen Beschwerden wie beispielsweise Blasenentzündung lassen sich Heilwässer auch gezielt als mehrwöchige Kur anwenden.Informationen zu Heilwassertrinkkuren wie auch zu Heilwässern und deren Anwendungsgebieten stehen auf dem Etikett des jeweiligen Produktes.Auch die beiden Websites www.heilwasser-ratgeber.de und www.heilwasser.com informieren zu diesen Themen.

Weiterführende Informationen:

Zusammenfassungen zahlreicher Studien zu Mineralstoffen und zur Mineralstoffaufnahme bietet die Website www.heilwasser.com unter dem Menüpunkt Aus Forschung & Wissenschaft/Studien + Übersichtsarbeiten.

Heilwasser aus der Vulkaneifel: St. Gero und Gerolsteiner Heilwasser

Die beiden Heilwässer des Gerolsteiner Brunnen, das traditionsreiche Heilwasser St. Gero und das neue Gerolsteiner Heilwasser, das ab 2016 eingeführt wird, sind geprägt durch die Geologie der Vulkaneifel. Dank ihres hohen Mineralstoffgehalts eignen sie sich nachgewiesenermaßen zur Verbesserung der Calcium- und Magnesiumversorgung und zur unterstützenden Behandlung von Osteoporose. In jedem Liter Gerolsteiner Heilwasser stecken 382 mg Calcium und 107 mg Magnesium, bei St. Gero sind es 331 mg Calcium und 109 mg Magnesium. Eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Magnesium ist wichtig für stabile Knochen, einwandfrei funktionierende Muskeln, den Energiestoffwechsel und die Funktion des Nervensystems. St. Gero fördert darüber hinaus u.a. die Verdauung und die Magen- und Darmfunktion.

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