Der Gerolsteiner Zukunftswald

Vom guten Grund zum guten Beispiel – der Gerolsteiner Zukunftswald

Die Wälder der Eifel prägen nicht nur das Landschaftsbild und sind Garanten für eine hohe Luftqualität, sondern sind auch einer der größten, natürlichen Wasserspeicher und -filter. Daher ist ein gesunder Wald für Gerolsteiner - als regionaler Mineralbrunnen - von größter Wichtigkeit. Das Naturprodukt Mineralwasser ist unmittelbar auf eine saubere Umwelt angewiesen, weshalb der Schutz der natürlichen Ressourcen für Gerolsteiner oberste Priorität hat. Gemeinsam mit den Landesforsten Rheinland-Pfalz ist es das erklärte Ziel unseres Projekts, die vom Klimawandel bedrohten Eifelwälder durch den Aufbau klimabeständiger und natürlicher Mischwaldstrukturen auch nachfolgenden Generationen zu erhalten.

Wälder dienen als natürliche Wasserfilter und -speicher, weshalb sie für sauberes Grundwasser unerlässlich sind. Der Waldboden wirkt dabei wie ein überdimensionierter Schwamm der das Wasser aufnehmen und speichern kann. In der humusreichen Reicht, das sind die oberen 10 cm des Waldbodens, werden bei Niederschlag bis zu 50 Liter pro Quadratmeter gespeichert. Durch die Aufforstung regionaler, klimainstabiler Wälder zu laubbaumreichen, klimabeständigen Mischwaldstrukturen, ermöglichen wir auch zukünftigen Generationen eine anhaltend hohe und qualitativ-hochwertige Menge an Trinkwasser, da die Grundwasserneubildung unter Laubwald beinahe doppelt so hoch ist, wie unter Nadelwald.

Gerade vor dem Hintergrund gegenwärtiger Klimaprognosen gewinnt die Umwandlung von Fichtenwäldern in klimastabile Mischwälder in der Eifel an Bedeutung. Aufgrund eines erwarteten Temperaturanstiegs von 2,6 bis 4,4 Grad bis zum Ende dieses Jahrhunderts und eines erhöhten Windwurfrisikos prognostiziert Dr. Ulrich Matthes vom Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen, dass "reine Fichtenwälder zunehmend an ihre Grenzen stoßen" werden. Daher sei der gesunde und zukunftssichere Mischwald das erklärte Ziel des gemeinsamen Projektes mit dem Gerolsteiner Brunnen.

Klimawandel heißt Waldwandel

Mischwälder reagieren schneller und effizienter auf Veränderungen in der Umwelt, einer der vielen Vorzüge der großen Artenvielfalt. Auf 70 Hektar Mischwald leben rund 14 Prozent aller in Deutschland vorkommenden Tierarten. Umgekehrt bedeutet das, 14 Prozent aller Tierarten Deutschlands lassen sich auf nur 0,00002 Prozent seiner Fläche finden. Natürlich gilt diese Rechnung nur für den artenreichen Mischwald. Reinbestände sind artenärmer, während der Schaden, den einzelne Gruppen von Schädlingen verursachen können, exponentiell steigt.

Ein klimastabiler Mischwald entsteht

2013 haben wir den ersten Zukunftsbaum gemeinsam gepflanzt. Seither wurde der "Gerolsteiner Zukunftswald" in Kooperation mit Landesforsten Rheinland-Pfalz mit rund 30.000 Setzlingen angereichert.

Auch 2018 wächst der Wald weiter: Mit rund 3.000 Setzlingen entsteht in der Nähe von Gerolstein Gees ein weiterer klimabeständiger Mischwald. Auf einer Fläche von insgesamt 2,5 Hektar werden Edelkastanien, Wildapfel, Bergahorn und Vogelkirsche angepflanzt und bis zu gesicherten Etablierung begleitet.

Vielfalt ist Programm: Baumarten im Gerolsteiner Zukunftswald

 
 

Edelkastanie

Traubeneiche

Wildkirsche

Bergahorn

Weißtanne

Hainbuche

Nachhaltiges Wachstum von 2013 bis heute

2013: Der erste Setzling – Die Anfänge des Zukunftswaldes

Im Jahr 2013 begann die Kooperation mit den Landesforsten Rheinland-Pfalz, damals unter dem Projektnamen "Wald mit Stern". Auf 25.000 Quadratmetern ehemaliger Fichtenwaldfläche, die 2010 der Orkan Xynthia verwüstete, wurden rund 15.600 Traubeneichen und Hainbuchen gepflanzt. Damals wurde der Weg bereitet, weg von instabilen Monokulturen, hin zum klimastabilen Mischwald.

2015: Erlebnis Wald – Weitere Pflanzung von Setzlingen

Im Jahr 2015 wurden nahe Mürlenbach von Gerolsteiner Grundschulen, Auszubildenden der Westeifel Werke und Mitarbeitern des Gerolsteiner Brunnen weitere klimastabile Baumarten gepflanzt. Mit unserer Unterstützung wurden auf einer Fläche von 5 Hektar etwa 5.000 Edelkastanien Setzlinge gepflanzt. Im Rahmen von Walderlebnisspielen vermittelten die Mitarbeiter des Forstamts Gerolstein die Bedeutung und Wichtigkeit des Waldes für eine intakte Umwelt, besonders in Zeiten des Klimawandels. "Der Wald ist ein faszinierender Lern- und Erfahrungsraum, gerade für unsere Kinder. In ihm können wir die Natur mit allen Sinnen erleben und begreifen", sagt Martin Grünebaum, Fachbereich Waldinformation, Umweltbildung und Walderleben der Landesforsten Rheinland-Pfalz. 

Weitere Informationen zur Veranstaltung "Zuknftswald" erhalten Sie hier. 

2016: Der Zukunftswald wächst weiter

Auch 2016 wurden wieder klimastabile Baumarten angepflanzt, dieses Mal waren es 3.400 Setzlinge auf einer Fläche von drei Fußballfeldern. Gepflanzt wurden, unter anderem, der Laubbaum Bergahorn, der durch seine tiefreichenden Wurzeln den Boden festigt und die Wasserfilterung verbessert. Neu dazugekommen ist in diesem Jahr auch die Wildkirsche, die sich ebenfalls hervorragend in das Mischwaldkonzept des Forstamts Gerolstein einreiht. Ergänzt wurden die beiden durch die Edelkastanie, die auf einer weiteren Windwurffläche in der näheren Umgebung in breitem Pflanzenverband die Lücken schließen soll. Die Neupflanzungen haben allerdings noch einen weiteren Zweck. "Die Wälder sind durch ihre Vielfalt weniger anfällig für schädliche Einflüsse und sind so besser für die Zukunft gerüstet.", so Michael Zander vom Forstamt Gerolstein. 

2017: Ein weiteres Jahr nachhaltiges Wachstum

Wie in den Jahren zuvor engagiert sich der Gerolsteiner Brunnen in Kooperation mit den Landesforsten Rheinland-Pfalz für das Projekt "Gerolsteiner Zukunftswald". Nachdem in den vorherigen Jahren bereits Wildkirschen, Edelkastanien,Bergahorn und andere, klimabeständige Baumarten in den Gegenden um Gerolstein gepflanzt wurden, steht 2017 im Zeichen der Weißtanne. 5.000 Weißtannen Setzlinge werden südlich von Weißenseifen, auf einer Fläche größer als fünf Fußballfelder, gepflanzt. Diese Ergänzung soll in naher Zukunft zur Entstehung klimabeständiger und umweltschützender Mischwälder beitragen. "Der Bestand der Weißtannen hat durch Schädlingsbefall in den letzten Jahren stark abgenommen, weshalb die Neupflanzung nicht nur zur Mischwaldstruktur des Waldes beiträgt, sondern zusätzlich noch eine positive Wirkung auf die Artenvielfalt haben wird.", erklärt Wolfgang Witzel, Leiter des Forstamts Gerolstein.

2018: Noch mehr Vielfalt für zukunftsfähige Wälder

In der Nähe von Gerolstein Gees wächst der Gerolsteiner Zukunftswald 2018 weiter. Auf einer 2,5 Hektar großen Windwurffläche entsteht dort eine klimastabile Mischkultur. Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Landesforsten Rheinland-Pfalz wurden dazu rund 3.000 neue Bäume gepflanzt.

Die gewählten Baumarten - Edelkastanie, Wildapfel, Bergahorn und Vogelkirsche - sollen deutlich besser mit den prognostizierten Klimaveränderungen zurechtkommen als beispielsweise die Fichte, die vorher auf den südlich exponierten Flächen stand. Durch die Pflanzung werden Mischbestände etabliert, die generell eine höhere Stabilität gegenüber Umwelteinflüssen haben und dazu beitragen, die regionalen Wälder dauerhaft zu sichern.

Forstwirtschaft im Zukunftswald

Der Wald ist nicht nur einer der wichtigsten Lebensräume, Wasserfilter und Sauerstoffproduzenten, sondern auch die Quelle des nachwachsenden Rohstoffs Holz. Dank des ressourcensparenden Umgangs mit unseren Wäldern wächst Deutschlands Waldfläche stetig.

Mit 3,7 Milliarden Kubikmetern besitzt Deutschland inzwischen sogar die vorratsreichsten Wälder der Europäischen Union. Um unsere Wälder auch für zukünftige Generationen zu erhalten, ist es die Aufgabe erfahrener und gut ausgebildeter Forstleute, den Wald und die in ihm existierenden Spannungsfelder, Natur- und Artenschutz, Wirtschaft und Erholung in Einklang mit einander und dem Themenfeld der Nachhaltigkeit zu bringen.

Der Gerolsteiner Zukunftswald ist ein Projekt des Gerolsteiner Brunnen in Kooperation mit Landesforsten Rheinland-Pfalz. Weitere Informationen zu unserem Nachhaltigkeitsengagement finden sie unter der Rubrik Nachhaltigkeit. Quelle: www.wald-rlp.de

Aktuell auf einen Blick: Gerolsteiner Nachhaltigkeitsberichte