So sorgsam wie die Forstwirtschaft seit mehr als 300 Jahren unsere Wälder behütet, bewahrt Gerolsteiner seit über 125 Jahren die Quellen seines Mineralwassers. Da liegt es nahe, sich gemeinsam für den Umweltschutz und eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen Wald und Wasser in der Region zu engagieren.

Vom guten Grund zum guten Beispiel – Der Gerolsteiner Zukunftswald

Mineralwasser ist ein Naturprodukt, das auf eine intakte Umwelt angewiesen ist. Für Gerolsteiner als regionaler Mineralbrunnen ist es daher besonders wichtig, seine natürlichen Ressourcen zu schützen. Von entscheidender Bedeutung ist dabei ein intakter Wald, der die Qualität und Menge des Grundwassers garantiert. Um die Umwelt zu schützen und somit auch die Qualität unseres Mineralwassers zu sichern, ist das Ziel unseres langfristigen Projektes, die Wälder in unserer Region auch für nachfolgende Generationen zu erhalten. Gemeinsam mit Landesforsten Rheinland-Pfalz engagieren wir uns deshalb für den Aufbau klimastabiler und zukunftssicherer Mischwälder – den Gerolsteiner Zukunftswald.

Mit dem umgestalteten Mischwald entsteht ein ökologisch wertvoller Lebensraum, der den Artenreichtum der Pflanzen- und Tierwelt erhält. Im Gegensatz zum bisherigen Fichtenwald, fangen die neu gepflanzten Baumarten weniger Regen ab, was langfristig eine hohe Grundwasserqualität und -menge garantiert. Zusätzlich schützt der Wald den Boden vor Erosion.

Klimawandel – Gut gewappnet für die Zukunft

Der Gerolsteiner Zukunftswald ist gut gewappnet gegen Klimaveränderungen und hält auch extremen Wetterereignissen und Schädlingen besser stand. „Aktuelle Klimaprojektionen gehen für die Eifel von einem Temperaturanstieg von 2,6 bis 4,4 Grad Celsius bis zum Jahr 2100 aus. Gleichzeitig ist mit häufigeren Extremwetterereignissen wie Sturm, Hitze und Trockenheit und einem höheren Schädlingsrisiko zu rechnen“, prognostiziert Dr. Ulrich Matthes vom Rheinland-Pfalz Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen. Fichtenwälder stoßen bei diesen Bedingungen an ihre Grenzen. Unser Ziel ist es deshalb, solche labilen Wälder durch Einbringen von klimastabilen Baumarten in zukunftssichere Mischwälder zu überführen. Generell bieten Mischwälder mit mehreren klimastabilen Baumarten und abgestuften Baumschichten eine höhere Stabilität. Worin der Unterschied der verschiedenen Baumarten liegt, lesen sie hier:

Der Wald als natürlicher Umwelt-Filter

Buche, Edelkastanie und Weißtanne

Die neu gepflanzten Zukunftsbäume sind an wärmere Temperaturen und trockene Phasen im Sommerhalbjahr besser angepasst. Das künftig zu erwartende Klima deckt sich mit ihren ökologischen Klimaansprüchen und Toleranzen. Laubbaumarten wie die Edelkastanie und die Buche könnten von den ansteigenden Temperaturen vor allem in den Höhenlagen der Mittelgebirge in Rheinland-Pfalz, wie der Eifel, zunehmend profitieren und günstige Bedingungen vorfinden. Auch die Weißtanne mit ihrem tief reichenden Wurzelsystem gilt als Hoffnungsträger für den Wald im Klimawandel.

Fichten

Fichte

Die Fichte ist von Haus aus eher eine Baumart der kühleren nordisch-borealen Klimazone. Als Flachwurzler ist sie aufgrund ihrer mangelnden Standfestigkeit sehr anfällig gegenüber Stürmen. Da ihre Wurzeln nicht tief in die Erde reichen, leidet sie bei Hitze und Trockenheit schnell unter Wassermangel. In solchen Stresssituationen ist die Fichte gegen Schädlingsbefall wie Borkenkäfer anfällig.

Gerolsteiner unterstützt in den kommenden Jahren die Pflanzung von Edelkastanien-, Buchen- und Weißtannensetzlingen auf Windwurflücken sowie unter bestehenden Fichtenwäldern rund um Gerolstein. Die Wiederaufforstung der Freiflächen sorgt dafür, dass dort auch zukünftig wieder CO2 gebunden und dem Klimawandel so entgegengewirkt wird. Pro Kubikmeter Holz ist das knapp eine Tonne CO2.

2015 haben wir auf den insgesamt ca. 5 Hektar großen Waldflächen nahe Mürlenbach rund 4.300 Setzlinge gepflanzt und bis zur gesicherten Verjüngung nach sechs Jahren begleitet. Damit werden auf der neu bepflanzen Fläche pro Jahr ungefähr 50 Tonnen CO2 gebunden.

Um den Fortschritt des Projektes festzuhalten, dokumentieren wir regelmäßig das Wachstum unserer Zukunftsbäume. Hier sehen Sie erste Ergebnisse:

Gesunde Wälder fördern gesundes Wasser

Wälder sind für die Entstehung von Trinkwasser von entscheidender Bedeutung, denn sie sorgen als natürlicher Reinigungsfilter für sauberes Grundwasser. Gleichzeitig ist der Wald ein riesiger Wasserspeicher, da der Waldboden wie ein Schwamm Wasser aufnehmen und speichern kann. In den oberen 10 cm des Waldbodens, also der humusreichen Schicht, werden bis zu 50 Liter Niederschlagswasser pro Quadratmeter gespeichert. Durch die Umgestaltung unserer regionalen Wälder zu einem laubbaumreichen Mischwald, sorgen wir für eine anhaltend hohe Menge an Trinkwasser, da die Grundwasserneubildung unter Laubwald etwa doppelt so hoch ist, wie unter Nadelwald. Welche wichtigen Beiträge der Wald für unsere Umwelt leistet, haben wir hier noch einmal zusammengefasst:

 
 

Wasserspeicher und Reinigungsfilter

Klimaschutz

Lebens- und Naturschutzraum

Bodenschutz

Die ersten Bäume sind gepflanzt

Der Grundstein für den Gerolsteiner Zukunftswald ist gelegt: Gemeinsam mit Schulklassen aus Gerolstein haben wir in einem Waldgebiet nahe Mürlenbach erste Zukunftsbäume gepflanzt. Mit unserer Unterstützung werden in diesem Jahr auf einer Fläche von insgesamt ca. 5 Hektar rund 4.300 Setzlinge gepflanzt und bis zur gesicherten Verjüngung nach sechs Jahren begleitet

Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft

Neben dem Beitrag für eine intakte Natur, versorgt uns der Wald mit einer unserer wichtigsten nachwachsenden Ressourcen für das tägliche Leben: Holz. Da in heimischen Wäldern nie mehr Holz geerntet wird als nachwächst und die Waldfläche zudem beständig steigt, hat Deutschland mit 3,7 Milliarden Kubikmeter heute sogar die vorratsreichsten Wälder in der Europäischen Union. Die Forst- und Holzwirtschaft schafft mit der Waldpflege, der Holznutzung und -weiterverarbeitung verlässliche Arbeitsplätze und Einkommen – gerade im ländlichen Raum.

Es ist die Aufgabe von erfahrenen, gut ausgebildeten Forstleuten, den Wald und die an ihn gestellten Anforderungen im Spannungsfeld Naturschutz, Wirtschaft und Erholung in eine sinnvolle Balance zu bringen. Sie nutzen und pflegen unsere Wälder vorausschauend und verantwortungsvoll, so dass uns ihre vielfältigen Leistungen auch für kommende Generationen erhalten bleiben.

Einen bildlichen Eindruck vermittelt nachfolgende Grafik mit den aktuellen Daten der rheinland-pfälzischen Wälder.

Quelle: www.wald-rlp.de

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