Unsere Roadmap: Ressourcen schonen

Jetzt Potenziale identifizieren, langfristig Transport-Emissionen senken

Betriebsgelände

Was ist machbar, was ist langfristig sinnvoll, was ist wirtschaftlich möglich? Um unsere ambitionierten Klimaschutzziele zu erreichen, analysieren wir alle möglichen Optionen. So haben wir bereits 2017 unseren gesamten Strombezug auf Ökostrom umgestellt; seit Jahren reduzieren wir kontinuierlich den Abfall sowie den Verbrauch von Abwasser, Wärme und Material, wo es möglich ist. Nun fokussieren wir uns durch die Ausweitung unseres Nachhaltigkeitsmanagements darauf, noch gezielter umweltschützende Maßnahmen, insbesondere in der Logistik, zu ergreifen.

Wir stehen mit Fahrzeugherstellern, Logistikpartnern und Verpackungslieferanten im Kontakt, um gemeinsam nachhaltige Lösungen für Energieeinsparungen zu entwickeln. Umstellungen sind dabei nicht von heute auf morgen, sondern Schritt für Schritt realisierbar. Denn es geht darum, mit Blick auf Arbeitsplätze und auf die Zusammenarbeit mit den Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette verantwortungsvoll zu agieren.

Logistikpartner sensibilisieren

Einsparpotenziale gibt es sowohl bei der Abholung als auch bei der Zustellung. Darauf haben wir keinen direkten Einfluss, aber wir sensibilisieren unsere Speditionspartner für dieses Thema und wir wählen unsere Lieferanten entsprechend unserer Nachhaltigkeits-Richtlinie aus. Dazu gehört zum Beispiel auch die Konzentration auf regionale Logistikunternehmen. Bei allen Transportmitteln und Energieträgern ziehen wir Umweltschutz, Wirtschaftlichkeit, Regionalität und Arbeitsplatzsicherung in Betracht. Unser Ziel ist es, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und fair miteinander umzugehen.

Neue Roadmap

Wir sind in eine weit verzweigte Wertschöpfungskette eingebunden, sodass Transport und Logistik einen großen Anteilunseres CO2-Fußabdrucks ausmachen. Genau deshalb haben wir eine Roadmap Logistik aufgestellt, die es uns ermöglicht, durch gezielte Maßnahmen unsere CO2-Emissionen zu reduzieren. Für eine umweltfreundlichere Fahrzeugflotte spielen unterschiedlichste Kriterien eine Rolle, wie die Antriebsart und Antriebsstoffe, die Anschaffungskosten, die Langfristigkeit oder die notwendige Infrastruktur (Tankstellennetzwerk und Elektrifizierung von Autobahnen).

Auf dem richtigen Weg: bis 2025 elektrisch unterwegs

Andre-Menpath

Der gesamte Transportsektor ist in Bewegung. Wo können wir ansetzen? Was müssen wir tun, um zum 1,5 °C-Ziel beizutragen? Welche Ziele sind realistisch? Bei den Antriebsarten prüfen und erforschen wir aktuell relevante Alternativen wie Elektro, Gas und Wasserstoff.

E-Stapler im Test

Unsere Flotte für die innerbetriebliche Logistik umfasst ca. 30 Großstapler. Da die Hersteller mittlerweile zukunftsfähige Stapler mit elektrischem Antrieb anbieten, haben wir 2020 eine Testphase gestartet, um die Tauglichkeit für unsere spezifischen Anforderungen intensiv zu prüfen. Im Test sind Stapler mit Lithium-Ionen-Akkus, die ein Zwischenladen in Pausen ermöglichen und damit zur Erhöhung der Reichweite beitragen. Ergänzend wurden auf dem Betriebsgelände mehrere Ladestellen mit der benötigten Spannungsversorgung installiert. Zu den Testkriterien gehören

Emissionssenkung, Verbrauch, Geschwindigkeit, Fahrverhalten, Lärmpegel, Wirtschaftlichkeit und nicht zuletzt das Handling für die Fahrer. Die Einschätzung der Fahrer fließt in die Beurteilung ein. „Bereits nach gut einem Monat zeigte sich, dass die Umstellung einen spürbaren Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen leisten wird", ist Logistikleiter Roland Keul überzeugt von den positiven Auswirkungen des Elektroantriebs. „Nach der Testphase werden wir die Staplerflotte nach und nach von Diesel auf Elektroantrieb umstellen."

Es gibt viele Alternativen. Wir testen sie

Mit Flüssigerdgas (LNG) lassen sich Kraftstoffkosten und die Emissionen von Schwefeloxid, Feinstaub, Stickoxid und CO2 und sogar Lärmemissionen verringern. Auch wenn die Expertenmeinungen in verschieden Richtungen gehen, prüfen wir auch diese alternative Antriebsart. Hier gilt es insbesondere, die Infrastruktur bei Tankstellen mit zu berücksichtigen – sowohl für unsere Flotte als auch für unsere Spediteure. Die „LNG-Taskforce“ der Deutschen Energie-Agentur treibt aktuell den Aufbau von 200 LNG-Tankstellen voran, um mehr LNG-Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Obwohl der Bedarf steigt, gibt es im Eifelraumaktuell keine Tankstellen. Die Fahrer müssen zum Beispiel in Köln oder Duisburg tanken, was ökologisch unsinnig ist. Da der Bedarf an einer guten Tankstelleninfrastruktur steigt, hat unser Speditionspartner Rothschild Logistic Group eine mobile LNG-Tankstelle auf seinem Betriebsgelände in Ulmeninitiiert. Diese ist für alle Interessierten zugänglich und auch während der Nachtstunden betriebsbereit. „Dieses Angebot kann dem LNG-Markt zusätzliche Dynamik verleihen“, erklärt Herbert Rothschild, dessen Spedition ebenfalls die Flotte mehr und mehr auf LNG-Lkw umstellt. Auch Wasserstoff als alternative Antriebsform ist für uns ein Thema. Wir beschäftigen uns gerade im Hinblick auf den Güterfernverkehr mit dieser Zukunftstechnologie

Ohne Lkw-Transporte erreichen wir den Handel nicht. Daher testen wir seit 2019 die Kombination von Straße und Schiene. Wir prüfen in enger Abstimmung mit der Eisenbahngesellschaft Ostfriesland-Oldenburg e.g.o.o. sowie unseren Speditionspartnern und anderen Bahnstreckenanbietern die weiteren Transportpotenziale und Strecken. Auch hier zeigt sich die ganze Komplexität des Klimaschutzthemas. Denn es gibt beispielsweise weitaus mehr Kriterien als die konkreten Emissionszahlen. Für den Bahntransport sind zum Beispiel das Rückladungsgeschäft, die Auslastung oder die Koordination von Spedition und Bahn auf den Teilstrecken zu berücksichtigen.