Wir schonen unsere Mineralwasserressourcen mithilfe einer bisher einzigartigen Software-Lösung. In einem Pilotprojekt wird seit 2018 die Mineralwasserversorgung durchintelligente Algorithmen nachhaltig gesteuert. Dazu haben wir mit Arnd Büchsenschütz, Betriebsleiter für Prozess- und Verfahrenstechnik bei Gerolsteiner, gesprochen.

Quellen schonen

Warum wurde die Mineralwasserversorgung digitalisiert?

Arnd Büchsenschütz: Mineralwasser ist unsere wertvollste Ressource. Daher möchten wir jeden Tropfen optimal nutzen. Wir verfügen zwar über ausreichend Mineralwasser, aber es gilt, die verschiedenen Abfüllanlagen gleichermaßen auszulasten, gleichzeitige Nachfragen frühzeitig zu erkennen und das Wasser quellschonend zu entnehmen. Das bedeutet, die verschiedenen Quellen, Wassertypen und die Produktionsplanung zu synchronisieren und dadurch keinen Liter zu viel oder zu wenig aus dem Boden zu holen. Die Lösung heißt: Transparenz schaffen, um die Auslastung noch besser zu prognostizieren und Prozesse zu optimieren.

Hier kommt Big Data ins Spiel?

Arnd Büchsenschütz: Genau. Wir sammeln mithilfe einer SAP Software und Sensoren an unseren Abfüllanlagen Daten, analysieren diese kontinuierlich und können mithilfe intelligenter Algorithmen Effekte wie die steigende oder sinkende Nachfrageprognostizieren und entsprechend planen. Die Daten werden viertelstündlich aktualisiert und die Erfahrungswerte fließen stetig in das selbstlernende System ein.

Wie sieht das Ergebnis aus?

Arnd Büchsenschütz: Wir haben die gesamte Abfüllung von der Quelle bis in die Flasche im Blick. Alle gewonnenen Daten stehen in Echtzeit zur Verfügung, sodass wir sehr flexibel sind. Mithilfe der Daten können wir Schwachstellen erkennen und Verschwendungen vermeiden.

Digitale Prozesse helfen also auch, nachhaltig zu agieren?

Arnd Büchsenschütz: Ja, denn durch die Informationen entnehmen wir den Quellen nur so viel Wasser wie nötig. Es wird weniger bevorratet, sondern punktgenau entnommen. Dies spart nicht nur Energie ein, weil weniger gepumpt wird, das perspektivische Verfahren schont auch die Quellen.

Gibt es weitere Digitalisierungspläne?

Arnd Büchsenschütz: Die Nutzung von intelligenten Daten wird auch für andere Unternehmensprozesse, zum Beispiel im Energiemanagement, relevant werden.